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Perspektive Wiedereinstieg

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Die Superfrauen von heute

Aber das ist noch nicht alles. Die moderne Mutter geht zudem noch arbeiten, zumindest in Teilzeit. Das schafft sie natürlich ganz ohne Probleme, denn sie ist ein Organisationstalent. Den Partner um Hilfe zu bitten, ist für diese Superfrau undenkbar. Sie muss dem Mann doch den Rücken freihalten, weil der unglaublich viel arbeitet. Und wenn er dann zu Hause ist, dann ist er furchtbar müde und hat sich seine Ruhe verdient. Die moderne Mutter kennt hingegen keine Müdigkeit, nie. Sie sieht auch immer blendend aus, ist immer gut frisiert und perfekt geschminkt. Die Kinder makellos. Nicht passiv, sondern aufgeweckt und stets selbstbewusst. Das Heim ist blitzsauber.

Außerdem ist da noch der Arbeitgeber mit seinen Erwartungen an die berufstätige Mutter. Diese soll stets verfügbar sein, immer vollen Einsatz zeigen und natürlich zu Überstunden bereit sein. Und da sie weder den Arbeitgeber noch ihre Kollegen enttäuschen will, wird in Teilzeit das weggearbeitet, was andere in der doppelten Zeit nicht schaffen. Begleitet wird das zusätzlich von der allgegenwärtigen Angst, dass das Kind krank werden könnte. Ständig ist die moderne Mutter also damit beschäftigt ihrer Familie und ihrem Arbeitgeber gerecht zu werden. Sie hetzt zwischen zwei Welten hin und her. Eine Jongleurin, die keinen Ball fallen lassen darf. Und das schlechte Gewissen, das ist immer mit dabei. Denn auf gar keinen Fall will eine Mutter, eine „Rabenmutter“ sein.

Ja und aktuell haben wir da noch Corona. Jetzt müssen die Kinder zusätzlich betreut und beschult werden. Und wer macht das? Klar, die Mütter.

Und das hat Folgen…

In dem Zusammenhang wundert es nicht, was zahlreiche Studien zeigen. Viele Berufsrückkehrerinnen können dieser Doppelbelastung unter Normalbedingungen nicht standhalten und zeihen sich nach einem erfolgreichen Wiedereinstieg nur wenige Jahre später aus dem Berufsleben zurück. In der Corona-Krise verschärfen sich die Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern, die es zu Normalzeiten gibt, massiv. Für die Mütter heißt es jetzt: Homeoffice und Homeschooling oder Überstunden in systemrelevanten Berufen schieben.

Aber war macht die Regeln eigentlich? Wer hat beispielsweise festgelegt, dass kranke Kinder von ihren Müttern aus dem Kindergarten abgeholt werden? Warum kann es nicht mal der Vater sein? Warum gehen Mütter eigentlich in der Regel in Elternzeit, selbst wenn es aus ökonomischer Sicht ein Nachteil für die gesamte Familie ist? Warum nutzen weiterhin so wenige Väter die Elternzeit? Wieso scheint es selbstverständlich zu sein, dass Mütter in der Corona-Krise die Kinderbetreuung übernehmen?

Die Arbeitsteilung zwischen Mann und Frau ist unter anderem auf traditionelle Rollenbilder zurückzuführen. Diese müssen aufgebrochen werden, damit die Erwerbsarbeit für Mütter realisierbar wird und sie unter der Doppelbelastung nicht zusammenbrechen. Interessanterweise werden Rollenbilder nicht nur durch den Partner und die Lebensmilieus aufrechterhalten, sondern ebenso durch die Frauen selbst.

Nun drängt sich die Frage auf, wie man diese tradierten Rollenbilder aufbrechen kann. Der Feminismus versucht sich ja bekanntlich seit einem halben Jahrhundert daran und kann ohne Zweifel viele Erfolge verbuchen. Dennoch scheinen traditionelle Rollenvorstellungen resistent gegenüber Modernisierungsversuchen zu sein.

Wie stark gesellschaftliche Normen und Werte Einfluss auf unser Handeln nehmen, ist uns erst dann bewusst, wenn wir unsere eigenen scheinbar selbstverständlichen Verhaltensweisen nachträglich analysieren. Fragen sie sich doch mal, was ihr Mann eigentlich im Haushalt macht und was von Ihnen erwartet wird. Er hilft ihnen? Was macht er genau? Könnte er noch etwas übernehmen?

Fazit:

Damit sind also auch Sie gefragt. Gehen Sie in die Verhandlung mit ihrem Partner und treffen klare Absprachen. Vielleich wagen Sie jetzt sogar ein kleines Experiment und verhalten sich ausnahmsweise mal ganz anders, als es ihr Umfeld von ihnen erwartet. Was wäre denn eigentlich schlimm daran, mal die Beine hochzulegen und die Wäsche nicht zu machen. Oder was würde passieren, wenn ein paar Dinge in der Wohnung herumliegen und die Kinder alleine zum Sport fahren würden?

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