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Perspektive Wiedereinstieg

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Wie Sie Ihre Netzwerke für den beruflichen Einstieg nutzen können

Ich habe lange gedacht, dass es nicht richtig ist, seine Netzwerke für eigene private oder berufliche Bedürfnisse zu nutzen, „ich will doch durch eigene Leistungen glänzen“. Und im Grunde bin ich mir lange nicht bewusst gewesen, welches Netzwerk ich habe. So geht es nicht nur mir, sondern vielen Frauen. Seit 12 Jahren arbeite ich als Sozialpädagogin mit Menschen zusammen und suche mit ihnen nach Ressourcen, nach den inneren und nach den äußeren. Laut Psychologielexikon sind die Ressourcen die „nutzbaren Energien, die zur Zielerreichung eingesetzt werden können“ (www.spektrum.de). Solche Energien können sowohl von mir selbst kommen, wie z.B. durch persönliche Kompetenzen als auch von außen, wie z.B. durch die sozialen Ressourcen, die mir bei der Zielerreichung helfen. Wenn ich also das Ziel verfolge, nach der Elternzeit wieder in den Beruf einzusteigen, kann Veränderungsbereitschaft und Willenskraft wichtig sein. Eine äußere Energie, die ich nutzen und erschließen kann, ist mein Netzwerk.  

In den letzten 4 Jahren habe ich (vorwiegend) Frauen beraten, die nach der Familienphase wieder in den Job einsteigen wollen. Das Projekt Perspektive Wiedereinstieg Niederrhein unterstützt in der Orientierungsphase, bietet berufliches Coaching, Gruppenangebote und eine Online-Lernplattform, um sich bestmöglich auf den Wiedereinstieg vorzubereiten. Sobald die Ziele konkretisiert, die Kompetenzen erarbeitet, fehlendes Fachwissen gewonnen und das Bewerbungsmanagement abgeschlossen ist, fängt die Suche nach der passenden Stelle an. Meist beginnt die Suche auf diversen Internetportalen, mit dem Besuch von Jobmessen und Stellenanzeigen in der Zeitung. Die ein oder andere veröffentlicht ein Profil auf „Xing“ oder „linkedin“. Parallel dazu setzen wir uns mit Bewerbungsstrategien auseinander, auch wenn der Bewerbungsprozess ins Stocken gerät, wenn man wieder keinerlei Rückmeldungen zur Bewerbung erhalten hat oder einfach andere Wege gehen möchte. Schnell sprechen wir über Initiativbewerbungen oder telefonische Kontaktmöglichkeiten zu Unternehmen, um sich selbst anders zu präsentieren und zu engagieren. Mittlerweile gehört es fast in jedem PWE-Coaching und wahrscheinlich in vielen Laufbahnberatungen dazu, ein Mindmap mit dem eigenen Netzwerk zu erstellen. Kürzlich habe ich eine Seminarreihe besucht, in der die Wichtigkeit des Netzwerkens zum eigenen Portfolio gehörte. Obwohl ich mir über mein Netzwerk bewusst bin, habe ich an viele Personen nicht auf Anhieb gedacht. Das Mindmap hat mehrere Tage in Anspruch genommen. Meine eigene Recherche und die Erfahrung in der Beratung zeigen, dass schnell an Familie, Freunde und Bekannte gedacht wird. Oft sind aber auch Nachbarn, Menschen, die man beim Sport trifft oder andere Eltern, die man auf dem Fußballplatz sieht, gute Multiplikator*innen. All diese Menschen haben vielleicht keine Kenntnis von freien Stellen oder keinen Einfluss auf die Besetzung von Stellen, aber sie kennen vielleicht andere, die diese Kenntnis besitzen oder verantwortlich für neue Bewerber*innen sind. Das eigene Netzwerk zu nutzen bedeutet natürlich, sich zu öffnen, mutig zu sein, von sich und seinen Zielen zu berichten. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es sich lohnt, mit Anderen in den Austausch zu gehen. Manchmal fällt es auch schwer, weil man Sorge hat, dem anderen zur Last zu fallen. Ich selbst werde gerne angesprochen, wenn jemand Unterstützung benötigt. Wenn mir meine Freundin sagt „Halte Augen und Ohren offen, ich suche nach einer neuen beruflichen Herausforderung“, dann bin ich aufmerksam und freue mich, wenn ich was für sie entdecke. Wir fördern uns gegenseitig und setzen Synergien frei.

Wie heißt es so schön: „Fragen kostet nichts“. Und nun frage ich Sie: Was ist das Schlimmste, was Ihnen passieren kann, wenn Sie anderen von sich und Ihrem Anliegen berichten? Beantworten Sie diese Frage ganz ernsthaft und vielleicht schwindet ihre Sorge.

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